Willy Groth – Erinnerungen an ein Leben im 20. Jahrhundert

Ein Leben zwischen Kaiserreich, zwei Weltkriegen und einem zweiten Anfang.

Willy Groths Leben begann im Kaiserreich und führte durch Krieg, wirtschaftliche Not, beruflichen Aufstieg und den Verlust fast alles Vertrauten. Seine Aufzeichnungen erzählen, was einen Menschen trägt, wenn ein sicher geglaubtes Leben immer wieder zerbricht.

1887–1972. Ein Leben, zweimal aufgebaut.

Cover des Buches „Leben, Krieg und Flucht – Niemals gab ich auf“ von Wolf Marbach
Willy Groth mit seinem Vater Heinrich, seinem Sohn Klaus und seiner Frau Martha an einem Auto im Jahr 1931
Willy, Vater Heinrich, Sohn Klaus und Martha, 1931.

1887–1939 · Stolp und Rathsdamnitz

Vom Dorfjungen zum Tischlermeister.

Schon als Junge wusste Willy, dass er Tischler werden wollte. Doch der Weg vom Dorf zur eigenen Werkstatt führte über harte Lehrjahre, Krankheit, Berlin und Entscheidungen, die sein ganzes späteres Leben prägen sollten.

„Ich hatte immer nur eine Antwort: ich will Tischler werden!“
Hof von Willy Groths Firma in Stolp mit Werkstattgebäuden und einem Sandkasten, etwa 1937
Der Hof der Firma mit Sandkasten, etwa 1937. Arbeit und Familienleben lagen dicht beieinander.
Porträt von Willy Groth auf einem beschädigten Fragment seines Wehrpasses aus dem Jahr 1945
Willy Groth war 57 Jahre alt, als er zum Volkssturm eingezogen wurde.

1914 und 1945

Der erste Krieg unterbrach sein Leben. Der zweite zerstörte, was er aufgebaut hatte.

Der Erste Weltkrieg riss Willy aus seinem Beruf und führte ihn weit fort von zu Hause. Jahrzehnte später holte ihn der Krieg erneut ein – zu einem Zeitpunkt, als er glaubte, sein Leben längst aufgebaut zu haben.

Als die Front näher rückte, blieb kaum Zeit für Entscheidungen. Eine Trennung begann, deren Ausgang niemand kannte.

Würde die Familie einander jemals wiedersehen?

7. März 1945

Der Schlüssel blieb neben der Werkstatttür zurück.

Am 7. März 1945 stand Willy vor dem, was er sich in Jahrzehnten aufgebaut hatte. Für einen letzten Blick blieb kaum Zeit.

„Noch einmal gehe ich durch alle Räume … Ich schließe die Werkstatttür ab, hänge den Schlüssel neben die Tür.“

Mit wenig Gepäck und ohne Gewissheit begann ein Weg, dessen Ende er nicht kennen konnte.

Erste handschriftliche Seite von Willy Groths Aufzeichnungen „Flucht aus der Heimat“ vom Oktober 1945
Im Kopenhagener Flüchtlingslager hielt Willy wenige Monate später fest, wie sein Weg ins Ungewisse begann. Zum Vergrößern öffnen.

25. März 1945

Danzig stand in Flammen.

Zerstörte Gebäude in Danzig nach dem Bombenangriff im Jahr 1945
Danzig nach dem Bombenangriff, 1945.

Eine Stadt, die Willy aus besseren Jahren kannte, verwandelte sich innerhalb weniger Tage in ein Inferno. Zwischen Feuer, Angriffen und zusammenbrechenden Straßen versuchte er zu helfen – und zugleich einen Ausweg zu finden.

„Ein einziges Flammenmeer. Ganz Danzig stand in Flammen.“

Willys Weg führte weiter. Ob seine Familie noch lebte, wusste er nicht.

Die ganze Geschichte im Buch lesen Weiterleitung zu Amazon.de

Kopenhagen, 1945

Was er seit seiner Jugend gelernt hatte, half nun den Kindern im Lager.

Im Lager wurde das Handwerk für Willy zu mehr als einem Beruf. Mit einfachsten Mitteln begann er, etwas für die Kinder zu schaffen – und fand darin selbst einen Halt, den er dringend brauchte.

„So konnte jedes Kind mit einem Spielzeug bedacht werden.“

Was aus dieser stillen Arbeit entstand, erzählt viel über einen Mann, der nie große Worte über sich selbst verlor.

Von Willy Groth gefertigtes Holzkästchen als Erinnerung an seine Tischlerarbeit im Flüchtlingslager
Tischlerarbeit von Willy – ein Kästchen als Erinnerung.
Zeichnung der Hauptstraße im Flüchtlingslager Klövermarken von Willy Groth aus dem Jahr 1946
Klövermarken, Hauptstraße, 1946 – gezeichnet von Willy Groth.

1945–1946

Ein Geburtstag, ein Weihnachtsfest und Monate ohne Gewissheit.

Monate vergingen zwischen Listen, Gerüchten und ausbleibenden Nachrichten. Jeder Tag brachte dieselbe Frage, auf die niemand eine verlässliche Antwort geben konnte.

„Die Hoffnung habe ich niemals aufgegeben …“

April 1946

„Unsere Gedanken Tag und Nacht: Heimat.“

Aus der Erinnerung zeichnete Willy Haus und Werkstatt in Stolp. Dann erreichte ihn nach langer Zeit eine Nachricht, die alles verändern konnte.

„Ich habe Deinen Brief empfangen und weiß: Du lebst.“

Was dieser Brief bedeutete und welche Wege hinter der Familie lagen, erzählt das Buch anhand von Willys eigenen Aufzeichnungen, Zeichnungen und Dokumenten.

Willy Groths Zeichnung seines verlorenen Hauses und der Werkstatt in Stolp mit der Zeile „Unsere Gedanken Tag und Nacht: Heimat“
Erinnerung an das verlorene Haus mit Werkstatt in Stolp, gezeichnet von Willy Groth.

Erinnerungen, Zeichnungen und Dokumente bewahren die ganze Geschichte.

Willy Groths Erinnerungen bei Amazon ansehen Weiterleitung zu Amazon.de
Neue Werkstatt von Willy Groth in Dinklage im Jahr 1951
Die neue Werkstatt in Dinklage, 1951.

Dinklage, ab 1946

Er hatte schon Inflation und Wirtschaftskrise überstanden. Nun begann er noch einmal von vorn.

Nach Flucht und Lagerleben begann für Willy eine neue Prüfung. Nichts von dem, was früher selbstverständlich gewesen war, galt noch. Ob Erfahrung, Handwerk und Wille für einen wirklichen Neuanfang reichen würden, war offen.

Eine bewahrte Lebensgeschichte

Ein Enkel bewahrt die Stimme seines Großvaters.

Als ich die handschriftlichen Aufzeichnungen meines Großvaters las, wurde ein ganzes Jahrhundert lebendig. Aus seinen Erinnerungen, Fotografien, Zeichnungen und Dokumenten entstand ein persönliches Buch über einen Mann, der selten große Worte machte – und gerade deshalb viel zu erzählen hat.

Wolf Marbach Autor und Herausgeber

Willy Groth blickt im Jahr 1963 liebevoll auf seinen kleinen Enkel Wolf
Willy und sein Enkel Wolf, 1963.
Cover der erhaltenen Aufzeichnungen „Zwischen Front und Heimat“ von Willy Groth

Kostenlose Einblicke in Willys Leben

Zwischen Front und Heimat

Die erhaltenen Aufzeichnungen sind unvollständig und nicht im Buch enthalten.

Die 22 erhaltenen Seiten gehören nicht zum Buch. Sie dokumentieren Willys Erlebnisse im Ersten Weltkrieg in seiner eigenen Sprache. Weitere Seiten gingen verloren; das PDF wird deshalb bewusst als unvollständiges historisches Dokument veröffentlicht.

Einberufung · Rumänien · Serbien · Mazedonien · Krankheit · Westfront · Heimkehr

Erhaltene Aufzeichnungen kostenlos herunterladen

PDF · 22 erhaltene Seiten · kostenlos · ohne Anmeldung

Cover des Buches „Leben, Krieg und Flucht – Niemals gab ich auf“ von Wolf Marbach

Das Buch

Leben, Krieg und Flucht – Niemals gab ich auf

Willy Groth – Erinnerungen an ein Leben im 20. Jahrhundert

Ein persönliches Jahrhundertleben, erzählt aus handschriftlichen Aufzeichnungen, Familienfotos, Zeichnungen und Originaldokumenten. Nah an Willy Groths eigener Stimme – sachlich, still und gerade deshalb eindringlich.

  • Kindheit und Handwerk im Kaiserreich
  • Krieg und Heimkehr
  • Familie und Selbständigkeit
  • Verlust und Flucht
  • Lagerleben und Hoffnung
  • Der Versuch eines neuen Anfangs

Produktangaben

Autor und Herausgeber
Wolf Marbach
Erinnerungen und Originalaufzeichnungen
Willy Groth
Sprache
Deutsch
Taschenbuch
100 Seiten
ISBN
9798549834453
Erstveröffentlichung
2021

Preise und Verfügbarkeit werden von Amazon festgelegt und können sich ändern.

1887–1972 · Ein Leben, zweimal aufgebaut

Was trägt einen Menschen durch ein Jahrhundert der Umbrüche?

Wie viel kann ein Mensch verlieren, ohne sich selbst zu verlieren? Willy Groths Aufzeichnungen geben darauf keine einfache Antwort.

Sie zeigen einen Mann, der weiterging – oft ohne zu wissen, wohin ihn der nächste Schritt führen würde.

Eine wahre Geschichte über Verlust, Hoffnung und die leise Kraft, nicht aufzugeben.

Das Buch bei Amazon ansehen Weiterleitung zu Amazon.de